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The Zephyr – September 2023

6. September 2023

Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten,

Mögen diese Zeilen Sie wohlauf finden.

Es war ein ereignisreicher Monat. Nach dem Alpencamp konnte ich eine ruhige Zeit in Fazal Manzil verbringen und an meinem Manuskript “Tears from the Mother of the Sun” arbeiten. Es ist ein Prosimetrum, eine Mischung aus Prosa und Poesie, und es handelt von einer Reihe von legendären und historischen Figuren und Ereignissen, die wir im kommenden Kurs Inner History erforschen werden.

Die ruhigen Tage vergingen wie im Flug, und schon bald war ich in den Niederlanden um ein Wochenende mit Vorträgen und Meditationen über Freundschaft im berühmten Sufi-Tempel in den Küstendünen von Katwijk zu verbringen. Die Kuppel des Tempels überragt das ruhige kleine Tal, das Murshid Murad Hassil, “den Ort der Wunscherfüllung”, getauft hat. Am Ende des Retreats versammelten wir uns dort zum stillen Gebet. Das einzige Geräusch war die Stimme der Brise, die durch den Sanddorn, die Dünenrose, die Binsen und die Stechpalme wehte.

Es war ein Vergnügen, auch Zeit im historischen Anna Paulownastraat Center in Den Haag zu verbringen, in dem sich heute das spektakuläre Sufi-Museum befindet. Ich empfehle Ihnen, dieses wunderbare Museum zu besuchen, wann immer Sie können. Zu den Schätzen des Museums gehören Murshids apricotfarbenes Gewand und sein mit einem Silbergriff versehener Spazierstock.

8c86a571 3e53 da1d 8549 0f53451fc3a1Ganz überraschend erhielten Shaikh al-Mashaik und Harunnisa Begum eine Einladung zur Enthüllung eines neuen Porträts von Pirzadi Shahida Noor im Vereinigten Königreich und baten uns dringend, sie zu begleiten. Mustafa Al Ramadan, ein junger Niederländer mit Wurzeln in Bagdad, ließ großzügig alles stehen und liegen und fuhr uns den ganzen Weg nach London und zurück. Die königliche Gemahlin von England erwies Noor die Ehre, der muslimische Kaplan der RAF las die Fatiha, und wir genossen Tee und Kuchen mit Noors wundervoller Biografin Shrabani Basu – es war also ein wirklich glücklicher Tag.

Was ich an Paul Brasons Porträt so liebe, ist die Art und Weise, wie Noors Gesicht eine feste Entschlossenheit zum Ausdruck bringt, die durch eine ätherische Sanftheit ausgeglichen wird. Der Vollmond, der über ihrer Schulter schwebt und leuchtet, verblasst neben dem leuchtenden Gesicht unserer Heldin.

Wir sind jetzt wieder in Suresnes und alles ist gut. Meine tiefe Dankbarkeit gilt meinen Cousinen in den Niederlanden, Safiye und Aulia; Saki Lee, Nafas Wagtmans und der holländischen Inayatiyya; unseren engagierten Gefährten der Sufi Foundation 1923; Paul Ketalaar und dem Sufi Museum; und unseren sehr aufmerksamen Freunden Waseem Mahmood, Mustafa und Shwan.

Letzten Endes ist der Sufismus der Weg der Freundschaft. Die erleuchteten Seelen sind Freundinnen und Freunde Gottes (wali Allah) und Freundinnen und Freunde der Freundlosen (gharib nawaz). Das Göttliche Wesen ist der/die Höchste Freund *in (Rafiq-i A’la). Der Murshid ist der Freund, der uns mit dem ‘Freund der Freunde’ bekannt macht, in der Außenwelt und in uns selbst. Sufi-Bücher, -Reden und -Praktiken sind großartig und wichtig, aber die Essenz von allem ist, den Geist der Freundschaft in jedem Moment zu leben, ob in der Gegenwart einer Königin oder eines Armen – der/die Göttliche Freund*in lebt in beiden gleichermaßen.

Wie immer sagt es Murshid am besten: “Wer die Beziehung der Freundschaft zwischen einer Seele und einer anderen erkennt – die Zärtlichkeit, die Zartheit, und die Heiligkeit dieser Beziehung – lebt, und wird auf diese Weise eines Tages mit Gott kommunizieren”

Immer der Ihrige,
Bawa

Original in Englisch

6 September 2023

Dear Companions on the Path,

May these lines find you very well.

It has been an eventful month. After the Alps Camp I was able to spend some quiet time at Fazal Manzil working on my manuscript Tears from the Mother of the Sun. It’s a prosimetrum, a work of mixed prose and poetry, and it deals with a number of the legendary and historical figures and events we will be exploring in the upcoming Inner History course.

The quiet days flew by quickly, and before long I was in the Netherlands for a weekend of lectures and meditations on Friendship at the iconic Sufi Temple in the seaside dunes of Katwijk. The dome of the temple overlooks the serene little valley that Murshid christened Murad Hassil, “the place of wish fulfillment.” At the end of the retreat we gathered there in silent prayer. The only sound was the voice of the breeze whistling through the buckthorn, dune rose, bud rush, and sea holly.

It was a pleasure to spend time also at the historic Anna Paulownastraat Center in Den Hague, which now hosts the spectacular Sufi Museum. I encourage you to visit that marvelous museum whenever you can. Amongst its treasures are Murshid’s apricot robe and silver-handled walking stick.

All of a sudden Shaikh al-Mashaik and Harunnisa Begum received an invitation to attend the unveiling of a new portrait of Pirzadi Shahida Noor in the U.K. and urged us to accompany them. Mustafa Al Ramadan, a young Dutchman with roots in Baghdad, generously dropped everything and drove us all the way to London and back. The Queen Consort of England paid tribute to Noor, the Muslim chaplain of the RAF read the Fatiha, and we had tea and cake with Noor’s wonderful biographer Shrabani Basu, so it was a happy day indeed.

What I love about Paul Brason’s portrait is the way Noor’s face expresses a stern determination tempered with ethereal gentleness. The full moon hovering over her shoulder, luminous as it is, pales beside our heroine’s gleaming face.

We are now back in Suresnes and all is well. My deep appreciation goes out to my cousins in the Netherlands, Safiye and Aulia; to Saki Lee, Nafas Wagtmans, and the Dutch Inayatiyya; to our dedicated companions in Sufi Foundation 1923; to Paul Ketalaar and the Sufi Museum; and to our very thoughtful friends Waseem Mahmood, Mustafa, and Shwan.

At the end of the day, Sufism is the path of friendship. The illuminated souls are friends of God (wali Allah) and friends of the friendless (gharib nawaz). The Divine Being is the Highest Friend (Rafiq-i A‘la). The murshid is the friend who introduces us to the Friend of Friends, in the world outside and in ourselves. Sufi books, discourses, and practices are splendid and important, but the essence of it all is living the spirit of friendship in every moment, whether in the presence of a queen or a pauper – the Divine Friend lives equally in both.

As always, Murshid says it best: The one “who realizes the relation of friendship between one soul and another – the tenderness, delicacy, and sacredness of this relationship – is living, and in this way will one day communicate with God.”

Yours ever,
Bawa

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