9. April 2026
Liebe Weggefährten,
„Krieg ist die Hölle“ – das ist ein bekanntes Sprichwort. Die Wahrheit ist jedoch, dass Krieg etwas weit Schlimmeres ist.
„Das lodernde Feuer der Hölle verzehrt nicht den Sünder; es verzehrt nur seine Sünden“, sagt uns Murshid. Der Krieg hingegen verbrennt die Körper von Heiligen und Sündern gleichermaßen. Weder Alte noch Kinder bleiben verschont.
Unser tägliches Amān-Gebet muss weitergehen. Amān: der Zufluchtsort, den bedrängte Menschen, Tiere und alle anderen Lebewesen so dringend brauchen, wenn Bomben fallen, Maschinengewehre rattern und Explosionen wüten.
Wohin sollen Geist und Herz wandern, während wir beten? Es gibt keine festen Vorgaben. Das Gebet eines jeden Menschen muss ganz natürlich aus seinem momentanen Seinszustand und seiner inneren Haltung entstehen.
Folgendes wäre möglich:
Sie könnten sich auf die Quelle des göttlichen Friedens einstimmen, die tief unter der Unruhe der Welt verborgen liegt. Sie würden sich ihr als Gefäß zur Verfügung stellen.
Vielleicht stellen Sie sich die zerbombten Straßen und Häuser an Orten vor, von denen Sie wissen, dass dort Zivilisten sterben. Dort würden Sie in der Solidarität unserer gemeinsamen Menschlichkeit Zeugnis ablegen.
Vielleicht können Sie im Geiste die Engel wahrnehmen, die den Getöteten, den Verwundeten und den Hinterbliebenen zur Hilfe eilen. Sie würden ihre Aufgabe würdigen, traumatisierte Seelen zu heilen und zu führen.
Vielleicht besuchen Sie in Ihrer Vorstellung die Hallen der Macht, in denen schicksalhafte Entscheidungen getroffen werden. Sie würden eine wortlose, aber eindringliche Klage vortragen, in der Sie auf moralische Kohärenz bestehen.
Wenn Sie die nötige Standhaftigkeit besitzen, könnten Sie sich direkt an den Archon wenden, der in der Welt der Bilder das böse Genie des Konflikts ist, mit dem Sie sich befassen. Sie würden den Sturm mit einem exorzierenden Gebet umgeben und die in seinem Strudel gefangenen Funken ermahnen, sich im Namen Gottes zu befreien.
Man könnte sich vornehmen, sich in allem, was man tut, sagt und denkt, für den Frieden einzusetzen. Nach dem Gebet würde man dann entsprechend konkrete Schritte unternehmen, um Frieden, Gerechtigkeit und menschliche Verbundenheit mit allen demokratischen Mitteln zu fördern.
Lasst uns beten.
Für immer Ihr
Pir Zia
Original in Englisch
9 April 2026
Dear Companions on the Path,
“War is hell” is a familiar saying. The truth, however, is that war is something far worse.
“The burning fire of hell does not consume the sinner; it only consumes his sins,” Murshid tells us. War, by contrast, burns the bodies of saints and sinners alike. Neither elder nor child is spared.
Our daily prayer of Amān must continue. Amān: the sanctuary urgently needed by beleaguered human beings, animals, and all other creatures when bombs fall, machine guns rattle, and explosions rage.
As we recite, where should the mind and heart go? There is no fixed instruction. Each person’s prayer must arise naturally from their state of being and vision in the moment.
These are possibilities:
You might tune in to the foundation of Divine peace that lies deep down beneath the turmoil of the world. You would offer yourself to it as a vessel.
You might envision the bombed out streets and homes of places where you know civilians are dying. You would bear witness there in the solidarity of our common humanity.
You might spiritually discern the angels who are hurrying to the aid of the slain, the wounded, and the bereaved. You would honor their task of healing and guiding traumatized psyches.
You might, in imagination, visit the halls of power where fateful decisions are made. You would deliver a wordless but acute jeremiad insisting on moral coherence.
You might, if you have the fortitude, directly approach the archon which is, in the World of Images, the evil genius of the conflict you are addressing. You would encircle the tempest with an exorcising prayer, exhorting the scintillas trapped in its vortex to break free in the Name of God.
You might pledge yourself to work for peace in all that you do, say, and think. When the prayer is finished, you would accordingly undertake tangible actions to promote peace, justice, and human kinship through every democratic means.
Let us pray.
Yours ever,
Pir Zia